Wie vergeht die Zeit so schnell! Oder bin ich es, die nicht genau genug hinfühlt?
Gedanken zum Wochenendausklang ...
Der November ist ein trüber und melancholisch machender Monat. Grau, nebelig, kalt und wenig schön. Sagt man ... Und ja, ich könnte auch etwas mehr Wärme vertragen, etwas mehr Sonne. Und ja, ich mag diese Zeit trotzdem irgendwie. Sie bringt mich zum Nachdenken, verlangsamt mich.
Heute denke ich aus einem mir noch unbekannten Grund über die Zeit nach.
Die Zeit ist ein komisches Ding, denke ich. Ich sitze hier und mein Denken und Fühlen sagt mir, sie rast. Wo bleibt sie, die Zeit? Sie fliegt nur so vorbei und ich habe kaum Gelegenheit innezuhalten und mich an den Dingen zu freuen, die mir begegnen.
Und doch - wenn ich ganz genau hinspüre, dann ist es anders. Es ist so vieles geschehen, ich habe so viel Schönes erlebt. Besondere Begegnungen und Erfahrungen - ich habe dazu gelernt! Da zu sagen, die Zeit rast vorbei und es bleibt für mich 'keine Zeit' ... hmm. Meine Zeit ist angefüllt mit Erlebnissen und ich habe die Aufgabe, mir dessen bewusst zu werden. Zu genießen! Ich kann durch bewusstes Nachdenken die Zeit verlangsamen. Mein bewusstes Fühlen macht es möglich. Ich nehme mir zu selten Zeit dafür.
Wie oft erwische ich mich, dass ich meine mindestens zwei Dinge gleichzeitig tun zu müssen! Schon am Morgen geht es los: Zähneputzen mit der linken Hand und noch schnell mit der rechten die Haare gebürstet oder ... Beim Zeitunglesen trinke ich den ersten Kaffee - das gehört zusammen und doch merke ich oft gar nicht, dass ich trinke, erst, wenn die Tasse leer ist. So geht es den ganzen Tag hindurch weiter. Im Beruf oft ein Muss, im Privaten aus der Gewohnheit heraus ohne nachzudenken weitergemacht.
Es ist umgekehrt verdammt schwer, sich selbst zu disziplinieren, im sog. Hier und Jetzt zu bleiben und nicht schon in Gedanken beim nächsten Thema, beim nächsten Termin, bei der ständigen Überlegung "was kommt gleich"...
Nur eine einzige Sache zur Zeit zu tun, nicht mit den Gedanken abschweifen, ganz den Moment erleben - mir gelingt das nur selten.
Im Wald ist es möglich. Besonders in so schönen Momenten wie diesem, den eine Freundin für mich fotografiert hat an einer Stelle, die wir beide sehr mögen. Ich saß derweil im Büro und habe wieder mehrere Dinge gleichzeitig gemacht...
Kennt ihr das: Im Wald laufen, die Gedanken schweifen lassen - in weite Ferne, zu Menschen, Situationen, die waren oder noch kommen. Und dann ist er da, der wirklich bewusste Augenblick: Gucken - Spüren - und nur im raschelnden Laub stehen und die Sonne zwischen den Bäumen untergehen sehen...
Das nehme ich mir für die nächsten Tage vor, mehr in mein Leben zu lassen! Und wenn es nicht im Laub stehend sein kann, dann mit einem bewussten Blick aus dem Fenster und ein paar Minuten ganz für mich und mit mir.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen und bewussten Wochenendausklang und einen guten Start in die neue Woche.
Martina
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